DIGITALE LEKTIONEN
14.01. –
26.06.
2009

Thema
14.01.
26.01.
04.02.
04.03.
18.03.
01.04.
06.05.
17.06.
Das Kino –
als sozialer Ort, als medialer Erlebnisraum – erfährt
gegenwärtig durch die Digitalisierung seine dritte
große Krise. Die erste löste in den fünfziger Jahren
des vergangenen Jahrhunderts die Konkurrenz des
Fernsehens aus. Für die zweite zeichnete dann drei
Jahrzehnte später die Einführung des Videorekorders
verantwortlich. Von neuen Publikumsbedürfnissen und
ökonomischen Notwendigkeiten getrieben, bewirkten
diese Krisen eine Neustrukturierung der Filmindustrie
sowie eine Neuorientierung der Filmkunst. Dasselbe
Kräftespiel kennzeichnet nun die gegenwärtige, die
dritte Krise von Kino, Filmwirtschaft und Filmkunst.
Ziel der DIGITALEN LEKTIONEN ist es, den Einfluss der Digitalisierung auf Produktionsabläufe und auf die Erzählstruktur und formale Gestaltung von Filmen zu untersuchen. In insgesamt acht Lektionen sind international bekannte Filmemacher, Medienwissenschaftler und Spieleentwickler eingeladen, die Auswirkungen der Digitalisierung aus ihrer Perspektive zu beschreiben. Auf der Produktionsebene ermöglicht die digitale Technik nicht nur neue Effekte und Tricks, sondern etabliert auch neue Arbeitsmodelle. Die tradierte Arbeitsteilung zwischen Regie und Postproduktion wird aufgehoben. Im Bereich der Spieleproduktion eröffnen sich neue Arbeitsfelder für Filmschaffende; Spiele- und Filmästhetik beeinflussen sich wechselseitig. In aktuellen Film- und Fernsehproduktionen lassen sich nachhaltige Veränderungen von Erzählweisen und audiovisueller Gestaltung beobachten: Erzählraum und Erzählzeit lösen sich zunehmend auf, oftmals wird mit nonlinearen Zeitstrukturen gespielt, Begriffe wie Realismus und Authentizität werden neu definiert, ein transmedialer Mix aus unterschiedlichsten Stilen und Medien entwickelt sich.
Als Zeitzeugen dieser dritten Krise des Kinos erleben wir zugleich die Geburt von radikal neuen Varianten audiovisueller Kunst und Kommunikation. In einem Dialog von theoretischen und praktischen Perspektiven wollen die DIGITALEN LEKTIONEN historisches und theoretisches Orientierungswissen bereitstellen, pragmatische Prognosen geben und wahrscheinliche oder wünschenswerte Zukunftsszenarien entwerfen.
Ziel der DIGITALEN LEKTIONEN ist es, den Einfluss der Digitalisierung auf Produktionsabläufe und auf die Erzählstruktur und formale Gestaltung von Filmen zu untersuchen. In insgesamt acht Lektionen sind international bekannte Filmemacher, Medienwissenschaftler und Spieleentwickler eingeladen, die Auswirkungen der Digitalisierung aus ihrer Perspektive zu beschreiben. Auf der Produktionsebene ermöglicht die digitale Technik nicht nur neue Effekte und Tricks, sondern etabliert auch neue Arbeitsmodelle. Die tradierte Arbeitsteilung zwischen Regie und Postproduktion wird aufgehoben. Im Bereich der Spieleproduktion eröffnen sich neue Arbeitsfelder für Filmschaffende; Spiele- und Filmästhetik beeinflussen sich wechselseitig. In aktuellen Film- und Fernsehproduktionen lassen sich nachhaltige Veränderungen von Erzählweisen und audiovisueller Gestaltung beobachten: Erzählraum und Erzählzeit lösen sich zunehmend auf, oftmals wird mit nonlinearen Zeitstrukturen gespielt, Begriffe wie Realismus und Authentizität werden neu definiert, ein transmedialer Mix aus unterschiedlichsten Stilen und Medien entwickelt sich.
Als Zeitzeugen dieser dritten Krise des Kinos erleben wir zugleich die Geburt von radikal neuen Varianten audiovisueller Kunst und Kommunikation. In einem Dialog von theoretischen und praktischen Perspektiven wollen die DIGITALEN LEKTIONEN historisches und theoretisches Orientierungswissen bereitstellen, pragmatische Prognosen geben und wahrscheinliche oder wünschenswerte Zukunftsszenarien entwerfen.
AUF DER SUCHE NACH EINER NEUEN
BILDSPRACHE
Über die Befreiung von der Tyrannei des Textes, des Rahmens, der Schauspieler und der Kamera.
Ein Vortrag und eine Multimediashow von Peter Greenaway.
Der britische Filmregisseur, Experimentalkünstler, Drehbuchautor und Kameramann studierte zunächst Malerei und begann dann erste Kurzfilme zu realisieren. Zu seinen bekanntesten Werken zählen THE BELLY OF THE ARCHITECT (Der Bauch des Architekten, 1987) und THE COOK, THE THIEF, HIS WIFE AND HER LOVER (Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber, 1989).
Seine Filme sind minutiös durchkomponierte Gesamtkunstwerke, die auf zahlreiche Ausdruckselemente anderer Kunstformen zurückgreifen und diese neu zusammenfügen. Bereits seit Mitte der 1990er Jahre setzt Peter Greenaway sich verstärkt mit digitaler Aufnahme- und Postproduktionstechnik auseinander. Seit den 1960er Jahren habe die Sprache des Films keine Entwicklung mehr erfahren, so Greenaway. Der Film habe sich sogar seit seiner Entstehung einer Tyrannei des Textes, des Rahmens, der Schauspieler und der Kamera unterworfen. Greenaways künstlerischer Anspruch ist es, die Sprache des Films grundlegend zu erneuern.
Peter Greenaways aktuelles Multimediaprojekt THE TULSE LUPER SUITCASES (2004) hat er daher so konzipiert, dass es im Kino, im Fernsehen, im Internet, als umfassende DVD-Sammlung und als Installation in Museen und Galerien verwertbar ist — ein radikaler Versuch des Gesamtkünstlers Greenaway verschiedene Medien zusammenzubringen.
Filmprogramm:
Multimediashow von Peter Greenaway
Über die Befreiung von der Tyrannei des Textes, des Rahmens, der Schauspieler und der Kamera.
Ein Vortrag und eine Multimediashow von Peter Greenaway.
Der britische Filmregisseur, Experimentalkünstler, Drehbuchautor und Kameramann studierte zunächst Malerei und begann dann erste Kurzfilme zu realisieren. Zu seinen bekanntesten Werken zählen THE BELLY OF THE ARCHITECT (Der Bauch des Architekten, 1987) und THE COOK, THE THIEF, HIS WIFE AND HER LOVER (Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber, 1989).
Seine Filme sind minutiös durchkomponierte Gesamtkunstwerke, die auf zahlreiche Ausdruckselemente anderer Kunstformen zurückgreifen und diese neu zusammenfügen. Bereits seit Mitte der 1990er Jahre setzt Peter Greenaway sich verstärkt mit digitaler Aufnahme- und Postproduktionstechnik auseinander. Seit den 1960er Jahren habe die Sprache des Films keine Entwicklung mehr erfahren, so Greenaway. Der Film habe sich sogar seit seiner Entstehung einer Tyrannei des Textes, des Rahmens, der Schauspieler und der Kamera unterworfen. Greenaways künstlerischer Anspruch ist es, die Sprache des Films grundlegend zu erneuern.
Peter Greenaways aktuelles Multimediaprojekt THE TULSE LUPER SUITCASES (2004) hat er daher so konzipiert, dass es im Kino, im Fernsehen, im Internet, als umfassende DVD-Sammlung und als Installation in Museen und Galerien verwertbar ist — ein radikaler Versuch des Gesamtkünstlers Greenaway verschiedene Medien zusammenzubringen.
Filmprogramm:
Multimediashow von Peter Greenaway
DIE SINNLICHKEIT DER UNSCHÄRFE
Ein Podiumsgespräch mit Benedict Neuenfels.
Moderation: Dr. Margarete Wach (Autorin, Film-Dienst).
Als Kameramann und als Dozent an verschiedenen deutschen Filmhochschulen setzt Benedict Neuenfels sich seit Jahren auf praktischer und theoretischer Ebene mit den Unterschieden des analogen und digitalen Filmbildes auseinander. In einem Interview mit der Medienwissenschaftlerin Daniela Kloock erläutert er die Unterschiede so: »Was wir als Farbe bezeichnen, ist Licht-Wellen- Schwingung. Und diese Wellen sind auf einer fotochemischen Schicht eher zu sehen, eher zu spüren als in einer umgesetzten elektronischen Pixelform. Ein Videoband ist artifiziell, ja künstlich hergestellt. Das Filmmaterial ist eher ein natürlicher Speicher, als das künstlich hergestellte Videoband oder der elektronische Speicher eines Computers. Im Videobild kann ich natürlich alles zusammensetzen. Ich kann malen. Allerdings frage ich mich, inwieweit eine Portion Naturalismus wichtig für den Menschen ist. Damit er sich wieder spürt. Die virtuelle Welt ist nämlich kein Aufenthaltsort für den Menschen.« (Quelle: Daniela Kloock: Zukunft Kino)
In dem Podiumsgespräch mit der Film-Dienst- Autorin Margarete Wach unternimmt es Benedict Neuenfels, die Beschaffenheit des analogen und digitalen Bildes zu beschreiben. Veranschaulichen wird er seine Thesen mit Filmausschnitten aus dem mehrfach ausgezeichneten Spielfilm DER FELSEN (Deutschland 2000, Regie: Dominik Graf, Kamera: Benedict Neuenfels). Angelehnt an ein Urlaubsvideo ist DER FELSEN mit einer Consumercamera gedreht, scheinbar defokussiert, also unscharf und pixelig, wie durch einen Filter gesehen. Dem stellt Benedict Neuenfels Ausschnitte aus David Fincher’s ZODIAC (USA, 2007) gegenüber, der komplett digital gedreht ist, und zeigt, welchen ästhetischen Diskussionen die digitale Bildgestaltung in der Zukunft ausgesetzt sein könnte.
Filmprogramm:
ZODIAC
USA 2007, 157 Min, OF, 35mm Regie: David Fincher, Darsteller: Jake Gyllenhaal, Mark Ruffalo, Robert Downey jr., Chloe Sevigny
David Finchers Thriller beruht auf tatsächlichen Begebenheiten. Er erzählt von der vergeblichen Jagd nach dem Serienkiller »Zodiac«, der Ende der 1960er Jahre den Großraum San Francisco mit fünf Morden in Angst und Schrecken versetzte. »Farbflächen ohne Filmkorn, scheinbar rein! Polierte Farbräume ohne räumliche, optische Tiefe, aber mit enormen Farbsättigungen und einer fulminanten physikalischen Schärfe, wie in einem Comic-Strip oder wie in vielen Epochen der Malerei gesehen.« (Benedict Neuenfels)
Ein Podiumsgespräch mit Benedict Neuenfels.
Moderation: Dr. Margarete Wach (Autorin, Film-Dienst).
Als Kameramann und als Dozent an verschiedenen deutschen Filmhochschulen setzt Benedict Neuenfels sich seit Jahren auf praktischer und theoretischer Ebene mit den Unterschieden des analogen und digitalen Filmbildes auseinander. In einem Interview mit der Medienwissenschaftlerin Daniela Kloock erläutert er die Unterschiede so: »Was wir als Farbe bezeichnen, ist Licht-Wellen- Schwingung. Und diese Wellen sind auf einer fotochemischen Schicht eher zu sehen, eher zu spüren als in einer umgesetzten elektronischen Pixelform. Ein Videoband ist artifiziell, ja künstlich hergestellt. Das Filmmaterial ist eher ein natürlicher Speicher, als das künstlich hergestellte Videoband oder der elektronische Speicher eines Computers. Im Videobild kann ich natürlich alles zusammensetzen. Ich kann malen. Allerdings frage ich mich, inwieweit eine Portion Naturalismus wichtig für den Menschen ist. Damit er sich wieder spürt. Die virtuelle Welt ist nämlich kein Aufenthaltsort für den Menschen.« (Quelle: Daniela Kloock: Zukunft Kino)
In dem Podiumsgespräch mit der Film-Dienst- Autorin Margarete Wach unternimmt es Benedict Neuenfels, die Beschaffenheit des analogen und digitalen Bildes zu beschreiben. Veranschaulichen wird er seine Thesen mit Filmausschnitten aus dem mehrfach ausgezeichneten Spielfilm DER FELSEN (Deutschland 2000, Regie: Dominik Graf, Kamera: Benedict Neuenfels). Angelehnt an ein Urlaubsvideo ist DER FELSEN mit einer Consumercamera gedreht, scheinbar defokussiert, also unscharf und pixelig, wie durch einen Filter gesehen. Dem stellt Benedict Neuenfels Ausschnitte aus David Fincher’s ZODIAC (USA, 2007) gegenüber, der komplett digital gedreht ist, und zeigt, welchen ästhetischen Diskussionen die digitale Bildgestaltung in der Zukunft ausgesetzt sein könnte.
Filmprogramm:
ZODIAC
USA 2007, 157 Min, OF, 35mm Regie: David Fincher, Darsteller: Jake Gyllenhaal, Mark Ruffalo, Robert Downey jr., Chloe Sevigny
David Finchers Thriller beruht auf tatsächlichen Begebenheiten. Er erzählt von der vergeblichen Jagd nach dem Serienkiller »Zodiac«, der Ende der 1960er Jahre den Großraum San Francisco mit fünf Morden in Angst und Schrecken versetzte. »Farbflächen ohne Filmkorn, scheinbar rein! Polierte Farbräume ohne räumliche, optische Tiefe, aber mit enormen Farbsättigungen und einer fulminanten physikalischen Schärfe, wie in einem Comic-Strip oder wie in vielen Epochen der Malerei gesehen.« (Benedict Neuenfels)
FAKTEN / FIKTIONEN / FAKTIONEN
Gibt es Authentizität in digitalen Bildern?
Ein Vortrag von Prof. Dr. Gundolf S. Freyermuth (ifs internationale filmschule köln)
Jedes fotografische Negativ garantiert Authentizität: Was zu sehen ist, hat sich — ob inszeniert oder nicht — tatsächlich einmal vor einem Objektiv abgespielt. Mit Fotografie und Film kam so im 19. Jahrhundert die Möglichkeit zu (audio-) visueller Dokumentation auf. Fotografische Bilder standen seitdem in kategorischem Gegensatz zu realistischen grafischen Bildern, zu Zeichnungen und Gemälden, die ja stets von Hand hergestellte, subjektive Konstruktionen sind.
Gegenwärtig endet aber nun die Phase des Fotorealismus und seiner medial garantierten Authentizität. Mit digitalen Mitteln lassen sich stehende und laufende Bilder in fotorealistischer Qualität generieren, denen keinerlei Wirklichkeit mehr entsprechen muss und deren dokumentarischer Charakter sich auch an keinem Negativ mehr überprüfen lässt. Was bedeutet das für unser Verständnis (audio-) visueller Authentizität?
Filmprogramm:
F FOR FAKE
Frankreich/ Iran/ BRD 1973/ 75, 90 Min, OF, 16mm Buch / Regie: Orson Welles, Darsteller: Orson Welles, Oja Kodar
Mit F FOR FAKE, ursprünglich als TV-Dokumentarfilm über einen Kunstfälscher begonnen, vollendete Orson Welles 1974 in Paris, was er mit WAR OF THE WORLDS 1938 so spektakulär in New York begonnen und dann 1941 in Hollywood mit CITIZEN KANE fortgesetzt hatte: die Dekonstruktion des Dokumentarischen. Wollten Dokumentarfilme damals noch Wirklichkeit abbilden, so hielt Welles in F FOR FAKE dagegen, dass authentische Abbildung nicht nur prinzipiell unmöglich, sondern intellektuell wie ästhetisch auch wenig wünschenswert sei. Der Beweis gelang ihm, indem er mit seinem letzten Film nichts weniger als eine neue filmische Form erschuf: den schnell montierten und nonlinear argumentierenden audiovisuellen Essay.
Gibt es Authentizität in digitalen Bildern?
Ein Vortrag von Prof. Dr. Gundolf S. Freyermuth (ifs internationale filmschule köln)
Jedes fotografische Negativ garantiert Authentizität: Was zu sehen ist, hat sich — ob inszeniert oder nicht — tatsächlich einmal vor einem Objektiv abgespielt. Mit Fotografie und Film kam so im 19. Jahrhundert die Möglichkeit zu (audio-) visueller Dokumentation auf. Fotografische Bilder standen seitdem in kategorischem Gegensatz zu realistischen grafischen Bildern, zu Zeichnungen und Gemälden, die ja stets von Hand hergestellte, subjektive Konstruktionen sind.
Gegenwärtig endet aber nun die Phase des Fotorealismus und seiner medial garantierten Authentizität. Mit digitalen Mitteln lassen sich stehende und laufende Bilder in fotorealistischer Qualität generieren, denen keinerlei Wirklichkeit mehr entsprechen muss und deren dokumentarischer Charakter sich auch an keinem Negativ mehr überprüfen lässt. Was bedeutet das für unser Verständnis (audio-) visueller Authentizität?
Filmprogramm:
F FOR FAKE
Frankreich/ Iran/ BRD 1973/ 75, 90 Min, OF, 16mm Buch / Regie: Orson Welles, Darsteller: Orson Welles, Oja Kodar
Mit F FOR FAKE, ursprünglich als TV-Dokumentarfilm über einen Kunstfälscher begonnen, vollendete Orson Welles 1974 in Paris, was er mit WAR OF THE WORLDS 1938 so spektakulär in New York begonnen und dann 1941 in Hollywood mit CITIZEN KANE fortgesetzt hatte: die Dekonstruktion des Dokumentarischen. Wollten Dokumentarfilme damals noch Wirklichkeit abbilden, so hielt Welles in F FOR FAKE dagegen, dass authentische Abbildung nicht nur prinzipiell unmöglich, sondern intellektuell wie ästhetisch auch wenig wünschenswert sei. Der Beweis gelang ihm, indem er mit seinem letzten Film nichts weniger als eine neue filmische Form erschuf: den schnell montierten und nonlinear argumentierenden audiovisuellen Essay.
DIGITALES KINO ALS ERLEBNISMODELL DER ZUKUNFT –
HEISS ODER KALT?
Ein Vortrag von Dr. Daniela Kloock (TU Berlin, UDK Berlin)
Mit der Digitalisierung entstehen neue visuelle Erscheinungs- und Wahrnehmungsformen. Auch das Kino und die Ästhetik seiner Bilder verändern sich. Von einem neuen, postklassischen Kino spricht die tonangebende US-amerikanische Filmtheorie, von einer digitalen Remix-Kultur, einem Kino des Spektakels. Die Digitalisierung ermögliche die Aufhebung von Linearität, forciere das Spiel mit filmischen Schlüsselreizen und Überwältigungseffekten. Auch von »elastischen Bildern« ist die Rede, die malerischer, räumlicher seien.
Einige dieser durchaus umstrittenen Thesen werden im Vortrag — auch an Hand von Filmauszügen — vorgestellt. Es interessieren dabei weniger ideologische oder ethische Argumente als vielmehr die grundsätzlichen ästhetischen Zuordnungen gegenüber analogen bzw. digitalen Bildern.
Filmprogramm:
WALTZ WITH BASHIR
Israel/ Deutschland/ Frankreich 2008, 90 Min, OmU, 35mm, Regie/ Buch: Ari Folman
WALTZ WITH BASHIR, 2008 in Cannes preisgekrönt, ist ein kühnes Kunststück, politisch wie filmisch. Die erste »animierte Doku-Fiction« — von führenden israelischen und ausländischen Illustratoren gezeichnet, dann gescannt und am Computer weiterbearbeitet — erzählt, basierend auf Zeitzeugen/Täter-Interviews, vom,Libanon Krieg,von den Massakern in palästinensischen Flüchtlingslagern, vom obszönen Soldaten(strand)leben.
Ein Vortrag von Dr. Daniela Kloock (TU Berlin, UDK Berlin)
Mit der Digitalisierung entstehen neue visuelle Erscheinungs- und Wahrnehmungsformen. Auch das Kino und die Ästhetik seiner Bilder verändern sich. Von einem neuen, postklassischen Kino spricht die tonangebende US-amerikanische Filmtheorie, von einer digitalen Remix-Kultur, einem Kino des Spektakels. Die Digitalisierung ermögliche die Aufhebung von Linearität, forciere das Spiel mit filmischen Schlüsselreizen und Überwältigungseffekten. Auch von »elastischen Bildern« ist die Rede, die malerischer, räumlicher seien.
Einige dieser durchaus umstrittenen Thesen werden im Vortrag — auch an Hand von Filmauszügen — vorgestellt. Es interessieren dabei weniger ideologische oder ethische Argumente als vielmehr die grundsätzlichen ästhetischen Zuordnungen gegenüber analogen bzw. digitalen Bildern.
Filmprogramm:
WALTZ WITH BASHIR
Israel/ Deutschland/ Frankreich 2008, 90 Min, OmU, 35mm, Regie/ Buch: Ari Folman
WALTZ WITH BASHIR, 2008 in Cannes preisgekrönt, ist ein kühnes Kunststück, politisch wie filmisch. Die erste »animierte Doku-Fiction« — von führenden israelischen und ausländischen Illustratoren gezeichnet, dann gescannt und am Computer weiterbearbeitet — erzählt, basierend auf Zeitzeugen/Täter-Interviews, vom,Libanon Krieg,von den Massakern in palästinensischen Flüchtlingslagern, vom obszönen Soldaten(strand)leben.
EIN VIRTUOSE DER INNERLICHKEIT
Ein Podiumsgespräch mit Slawomir Idziak.
Moderation: Dr. Margarete Wach (Autorin, Film-Dienst).
Sławomir Idziak, Jahrgang 1945, studierte zeitgleich mit Krzysztof Kieslowski an der Filmhochschule in Łódz und schloss sein Studium mit einem Diplom als Kameramann ab. Zunächst arbeitet er fürs Fernsehen. Einen Namen macht er sich als Kameramann vieler Filme von Krzysztof Zanussi (u.a. EIN JAHR DER RUHENDEN SONNE, »Goldener Löwe« in Venedig 1985). Internationales Aufsehen erregt vor allem sein spektakulär, eigenwilliger Kamerastil in Krzysztof Kieslowskis EIN KURZER FILM ÜBER DAS TÖTEN, DIE ZWEI LEBEN DER VERONIKA und DREI FARBE: BLAU, für den er 1993 mit dem Kamerapreis bei den Filmfestspielen in Venedig ausgezeichnet wurde.
In der Zusammenarbeit mit Zanussi und Kieslowski ist Idziak dafür bekannt geworden, innere Geheimnisse der Figuren sichtbar machen zu können, Röntgenbilder der Seele einzufangen. Mittlerweile umfasst seine Filmographie über 60 internationale Filmtitel. In den 1990er Jahren war als Kameramann in Großbritannien (I WANT YOU, Michael Winterbottom) und auch in Deutschland tätig (YASEMIN, Hark Bohm; MÄNNERPENSION, Detlev Buck).
Andrew Niccol holte Idziak dann 1997 nach Hollywood und beauftragte ihn als Kameramann für GATTACA. Für seine Arbeit an BLACK HAWK DOWN (Ridley Scott) wurde er 2001 für einen Oscar nominiert. Zusätzlich ist Idziak seit einigen Jahren als Professor für Spielfilm an der Kunsthochschule für Medien Köln und als Gastprofessor an verschiedenen, internationalen Filmhochschulen tätig. Außerdem leitet er das europäische Projekt filmspring, einen Workshop für junge Filmemacher, die im Internet ein Drehbuch schreiben und dieses virtuelle Filmprojekt dann gemeinsam umsetzen.
(Quelle: Margarete Wach: Ein Virtuose der Innerlichkeit. Zur Kamerakunst von Slawomir Idziak.)
Filmprogramm:
HARRY POTTER AND THE ORDER OF THE PHOENIX
USA/ Großbritannien 2007, 138 Min, OF/ DF, 35mm Kamera: Slawomir Idziak, Regie: David Yates, Darsteller: Daniel Radcliffe, Rupert Grint, Emma Watson
Die Verfilmung des fünftes Bandes der »Harry Potter«-Romanserie von Joanne K. Rowling, in der die drohende Rückkehr Lord Voldemorts Zauberschüler Harry und seinen Freunden zu schaffen macht. »Jeder HARRY POTTER ist ein riesiges Unternehmen, also musste ich mich an die Arbeit in einer für mich bis jetzt unbekannten Skala gewöhnen: Jeden Taq hatte ich auf dem Set eine Unmenge an Licht aufzubauen. Der Kameramann baut im Durchschnitt 20-30 Scheinwerfer auf, hier aber waren es fast 700, 800. Die Beleuchtung in so einer Dimension zu entwerfen und das bei der Anwendung der neuesten Computertechnik, war für mich eine große Herausforderung.«
(Slawomir Idziak, zitiert nach Film-Dienst)
Ein Podiumsgespräch mit Slawomir Idziak.
Moderation: Dr. Margarete Wach (Autorin, Film-Dienst).
Sławomir Idziak, Jahrgang 1945, studierte zeitgleich mit Krzysztof Kieslowski an der Filmhochschule in Łódz und schloss sein Studium mit einem Diplom als Kameramann ab. Zunächst arbeitet er fürs Fernsehen. Einen Namen macht er sich als Kameramann vieler Filme von Krzysztof Zanussi (u.a. EIN JAHR DER RUHENDEN SONNE, »Goldener Löwe« in Venedig 1985). Internationales Aufsehen erregt vor allem sein spektakulär, eigenwilliger Kamerastil in Krzysztof Kieslowskis EIN KURZER FILM ÜBER DAS TÖTEN, DIE ZWEI LEBEN DER VERONIKA und DREI FARBE: BLAU, für den er 1993 mit dem Kamerapreis bei den Filmfestspielen in Venedig ausgezeichnet wurde.
In der Zusammenarbeit mit Zanussi und Kieslowski ist Idziak dafür bekannt geworden, innere Geheimnisse der Figuren sichtbar machen zu können, Röntgenbilder der Seele einzufangen. Mittlerweile umfasst seine Filmographie über 60 internationale Filmtitel. In den 1990er Jahren war als Kameramann in Großbritannien (I WANT YOU, Michael Winterbottom) und auch in Deutschland tätig (YASEMIN, Hark Bohm; MÄNNERPENSION, Detlev Buck).
Andrew Niccol holte Idziak dann 1997 nach Hollywood und beauftragte ihn als Kameramann für GATTACA. Für seine Arbeit an BLACK HAWK DOWN (Ridley Scott) wurde er 2001 für einen Oscar nominiert. Zusätzlich ist Idziak seit einigen Jahren als Professor für Spielfilm an der Kunsthochschule für Medien Köln und als Gastprofessor an verschiedenen, internationalen Filmhochschulen tätig. Außerdem leitet er das europäische Projekt filmspring, einen Workshop für junge Filmemacher, die im Internet ein Drehbuch schreiben und dieses virtuelle Filmprojekt dann gemeinsam umsetzen.
(Quelle: Margarete Wach: Ein Virtuose der Innerlichkeit. Zur Kamerakunst von Slawomir Idziak.)
Filmprogramm:
HARRY POTTER AND THE ORDER OF THE PHOENIX
USA/ Großbritannien 2007, 138 Min, OF/ DF, 35mm Kamera: Slawomir Idziak, Regie: David Yates, Darsteller: Daniel Radcliffe, Rupert Grint, Emma Watson
Die Verfilmung des fünftes Bandes der »Harry Potter«-Romanserie von Joanne K. Rowling, in der die drohende Rückkehr Lord Voldemorts Zauberschüler Harry und seinen Freunden zu schaffen macht. »Jeder HARRY POTTER ist ein riesiges Unternehmen, also musste ich mich an die Arbeit in einer für mich bis jetzt unbekannten Skala gewöhnen: Jeden Taq hatte ich auf dem Set eine Unmenge an Licht aufzubauen. Der Kameramann baut im Durchschnitt 20-30 Scheinwerfer auf, hier aber waren es fast 700, 800. Die Beleuchtung in so einer Dimension zu entwerfen und das bei der Anwendung der neuesten Computertechnik, war für mich eine große Herausforderung.«
(Slawomir Idziak, zitiert nach Film-Dienst)
»THE END OF CELLULOID – REMIXING CINEMA«
Ein Vortrag von Matt Hanson (englisch). Matt Hanson ist ein Filmfuturist.
Das Magazin Screen International beschreibt den Autor und Filmemacher als »internationalen Filmvisionär«. Das US-amerikanische Wirtschaftsmagazin Forbes nennt ihn als einen der zehn Menschen, die die Welt verändern könnten. Matt Hanson ist Experte für neue Formen des bewegten Bildes und hat eine Reihe von Projekten ins Leben gerufen, die sich mit der Zukunft des Kinos beschäftigen. Dazu gehören das renommierte englische Digitalfilmfestival onedotzero, verschiedene Publikationen wie »The End of Celluloid: Film Futures in the Digital Age« (RotoVision, 2004) und die Internetfilmsites ViewShareRemix und A Swarm of Angels.
A Swarm of Angels ist ein Open-Source-Filmprojekt, das es sich zum Ziel gesetzt hat, den weltweit ersten Spielfilm zu produzieren, der vollständig über das Internet finanziert, entwickelt und vertrieben wird. Das Projekt will 50.000 Einzelpersonen (den »Schwarm der Engel«) dafür gewinnen, je 25£ zur Produktion beizutragen. Mit der Registrierung und dem Beitrag erhalten die Nutzer das Recht, sich an der Planung und Gestaltung des Films aktiv zu beteiligen. Der fertige Film darf dann frei im Internet heruntergeladen werden.
Kurzfilmprogramm, zusammengestellt von Matt Hanson
Ein Vortrag von Matt Hanson (englisch). Matt Hanson ist ein Filmfuturist.
Das Magazin Screen International beschreibt den Autor und Filmemacher als »internationalen Filmvisionär«. Das US-amerikanische Wirtschaftsmagazin Forbes nennt ihn als einen der zehn Menschen, die die Welt verändern könnten. Matt Hanson ist Experte für neue Formen des bewegten Bildes und hat eine Reihe von Projekten ins Leben gerufen, die sich mit der Zukunft des Kinos beschäftigen. Dazu gehören das renommierte englische Digitalfilmfestival onedotzero, verschiedene Publikationen wie »The End of Celluloid: Film Futures in the Digital Age« (RotoVision, 2004) und die Internetfilmsites ViewShareRemix und A Swarm of Angels.
A Swarm of Angels ist ein Open-Source-Filmprojekt, das es sich zum Ziel gesetzt hat, den weltweit ersten Spielfilm zu produzieren, der vollständig über das Internet finanziert, entwickelt und vertrieben wird. Das Projekt will 50.000 Einzelpersonen (den »Schwarm der Engel«) dafür gewinnen, je 25£ zur Produktion beizutragen. Mit der Registrierung und dem Beitrag erhalten die Nutzer das Recht, sich an der Planung und Gestaltung des Films aktiv zu beteiligen. Der fertige Film darf dann frei im Internet heruntergeladen werden.
Kurzfilmprogramm, zusammengestellt von Matt Hanson
FILM & GAMES: KONKURRENZ, KONVERGENZ,
KOLLABORATION
Ein Podiumsgespräch mit den Spieleentwicklern
Georg Backer (Lionhead Studios, London) und
Martin Ganteföhr (House of Tales Entertainment, Bremen).
Moderation: Prof. Dr. Gundolf S. Freyermuth
Ökonomisch hat das digitale Spiel den Spielfilm längst überholt. Wie einst Theater und Film und später Film und Fernsehen kämpfen nun Film und Games um das Geld der Kunden wie auch um ihr Zeitbudget.
Dieser alltäglichen Konkurrenz entspricht eine auffällige ästhetische Konvergenz: Bei allen erzählerischen Unterschieden nähern sich Spiele und Filme seit Jahren visuell an. Avancierte Games wie GTA4 oder BIOSHOCK streben nach einem Fotorealismus, der an Spielfilme erinnert. Und im Gegenzug experimentieren avancierte Filme wie SIN CITY, A SCANNER DARKLY oder BEOWULF mit einem Hyperrealismus, dessen Vorbild deutlich die computergenerierten Bildwelten von Games sind.
Diese Dualität von Konkurrenz und Konvergenz wird zunehmend durch eine praktische Zusammenarbeit der beiden Branchen ergänzt. Denn zum einen intensivieren die Unterhaltungskonzerne die medienübergreifende Auswertung erfolgreicher Stoffe, so dass immer öfter Film- und Gamesversionen parallel und in Kollaboration von Filmemachern und Spieleentwicklern entstehen. Und zum zweiten nutzt die Gamesindustrie ihre Kapitalstärke, um filmisches Talent und Knowhow einzukaufen.
Das Panel diskutiert dieses dynamische Verhältnis von Film und Games — die vielfältigen ökonomischen und kreativen Beziehungen, die sich gegenwärtig zwischen linearen und nonlinearen audiovisuellen Erzählformen entwickeln.
Danach: Spielepräsentation
Ein Podiumsgespräch mit den Spieleentwicklern
Georg Backer (Lionhead Studios, London) und
Martin Ganteföhr (House of Tales Entertainment, Bremen).
Moderation: Prof. Dr. Gundolf S. Freyermuth
Ökonomisch hat das digitale Spiel den Spielfilm längst überholt. Wie einst Theater und Film und später Film und Fernsehen kämpfen nun Film und Games um das Geld der Kunden wie auch um ihr Zeitbudget.
Dieser alltäglichen Konkurrenz entspricht eine auffällige ästhetische Konvergenz: Bei allen erzählerischen Unterschieden nähern sich Spiele und Filme seit Jahren visuell an. Avancierte Games wie GTA4 oder BIOSHOCK streben nach einem Fotorealismus, der an Spielfilme erinnert. Und im Gegenzug experimentieren avancierte Filme wie SIN CITY, A SCANNER DARKLY oder BEOWULF mit einem Hyperrealismus, dessen Vorbild deutlich die computergenerierten Bildwelten von Games sind.
Diese Dualität von Konkurrenz und Konvergenz wird zunehmend durch eine praktische Zusammenarbeit der beiden Branchen ergänzt. Denn zum einen intensivieren die Unterhaltungskonzerne die medienübergreifende Auswertung erfolgreicher Stoffe, so dass immer öfter Film- und Gamesversionen parallel und in Kollaboration von Filmemachern und Spieleentwicklern entstehen. Und zum zweiten nutzt die Gamesindustrie ihre Kapitalstärke, um filmisches Talent und Knowhow einzukaufen.
Das Panel diskutiert dieses dynamische Verhältnis von Film und Games — die vielfältigen ökonomischen und kreativen Beziehungen, die sich gegenwärtig zwischen linearen und nonlinearen audiovisuellen Erzählformen entwickeln.
Danach: Spielepräsentation
DIE TIEFE DES RAUMS ODER DER ANGRIFF DER
DINGE
3-D FILME IN HISTORISCHER PERSPEKTIVE
Ein Vortrag von Prof. Dr. Thomas Elsaesser (Emeritus Professor, Universität von Amsterdam)
Der Wunsch, die Welt als Bild in drei Dimensionen zu sehen, ist älter als die Fotographie und der Film, hat aber mit der mechanischen Reproduktion im 19. Jahrhundert einen enormen Aufschwung erfahren. Die weite Verbreitung und Popularität des Stereoskops zur Mitte des vorletzten Jahrhunderts als häusliches Spielzeug, Massenmedium und im wissenschaftlichen Bereich ist für uns heute kaum vorstellbar. Spuren der dafür typischen Sehweise sind in den frühen Filmen zu erkennen, wie auch in vielen Versuchen des ‚plastischen Bildes‘, die durch den Siegeszug des Spielfilms auf der Strecke blieben.
Als dann in den 1950er Jahren das Fernsehen dem Film ernsthafte Konkurrenz machte, waren es neben Breitwand auch 3-D Filme, die dem Kino-Erlebnis zu neuer Attraktion verhelfen sollten. Auch heute steht die Rückkehr der 3-D Bilder im Zeichen der Medienumbrüche und der Medienkonkurrenz.
Welche historischen Perspektiven wie auch ästhetischen Konsequenzen ergeben sich aus dieser scheinbar wiederkehrenden Konstellation?
Filmprogramm:
THE CREATURE FROM THE BLACK LAGOON / DER SCHRECKEN VOM AMAZONAS
3-D-Brillen sind an der Kinokasse erhältlich
USA 1954, 79 Min, OF, 35mm Regie: Jack Arnold, Darsteller: Ben Chapman, Richard Carlson, Julie Adams, Richard Denning
Eine Expedition begibt sich auf die Suche nach einem vorsintflutlichen, schuppengepanzerten Wesen in einem Nebenfluss des Amazonas. Es entgeht allen Fallen, bis es sich in eine junge Expeditionssekretärin verliebt...
Im 3-D-Verfahren hergestellter Abenteuerfilm mit raffinierten Unterwasseraufnahmen, der mit seinen naiv-gruseligen Schauereffekten gute und lange Zeit unterschätzte Unterhaltung bietet. Zusammen mit TARANTULA (1955, ebenfalls von Jack Arnold) ist THE CREATURE FROM THE BLACK LAGOON beispielhaft für den amerikanischen Monsterfilm der 1950er Jahre.
Das Filmforum präsentiert zum Vortrag von Thomas Elsaesser die Orginal-3-D-Version!
(Quelle: Lexikon des Internationalen Films)
3-D FILME IN HISTORISCHER PERSPEKTIVE
Ein Vortrag von Prof. Dr. Thomas Elsaesser (Emeritus Professor, Universität von Amsterdam)
Der Wunsch, die Welt als Bild in drei Dimensionen zu sehen, ist älter als die Fotographie und der Film, hat aber mit der mechanischen Reproduktion im 19. Jahrhundert einen enormen Aufschwung erfahren. Die weite Verbreitung und Popularität des Stereoskops zur Mitte des vorletzten Jahrhunderts als häusliches Spielzeug, Massenmedium und im wissenschaftlichen Bereich ist für uns heute kaum vorstellbar. Spuren der dafür typischen Sehweise sind in den frühen Filmen zu erkennen, wie auch in vielen Versuchen des ‚plastischen Bildes‘, die durch den Siegeszug des Spielfilms auf der Strecke blieben.
Als dann in den 1950er Jahren das Fernsehen dem Film ernsthafte Konkurrenz machte, waren es neben Breitwand auch 3-D Filme, die dem Kino-Erlebnis zu neuer Attraktion verhelfen sollten. Auch heute steht die Rückkehr der 3-D Bilder im Zeichen der Medienumbrüche und der Medienkonkurrenz.
Welche historischen Perspektiven wie auch ästhetischen Konsequenzen ergeben sich aus dieser scheinbar wiederkehrenden Konstellation?
Filmprogramm:
THE CREATURE FROM THE BLACK LAGOON / DER SCHRECKEN VOM AMAZONAS
3-D-Brillen sind an der Kinokasse erhältlich
USA 1954, 79 Min, OF, 35mm Regie: Jack Arnold, Darsteller: Ben Chapman, Richard Carlson, Julie Adams, Richard Denning
Eine Expedition begibt sich auf die Suche nach einem vorsintflutlichen, schuppengepanzerten Wesen in einem Nebenfluss des Amazonas. Es entgeht allen Fallen, bis es sich in eine junge Expeditionssekretärin verliebt...
Im 3-D-Verfahren hergestellter Abenteuerfilm mit raffinierten Unterwasseraufnahmen, der mit seinen naiv-gruseligen Schauereffekten gute und lange Zeit unterschätzte Unterhaltung bietet. Zusammen mit TARANTULA (1955, ebenfalls von Jack Arnold) ist THE CREATURE FROM THE BLACK LAGOON beispielhaft für den amerikanischen Monsterfilm der 1950er Jahre.
Das Filmforum präsentiert zum Vortrag von Thomas Elsaesser die Orginal-3-D-Version!
(Quelle: Lexikon des Internationalen Films)
DIGITALE LEKTIONEN ist ein Projekt des Filmforum NRW e.V. in Kooperation mit der ifs internationale filmschule köln
Idee und Konzept: Gundolf S. Freyermuth (ifs internationale filmschule köln)
Programm: Barbara Engelbach (Museum Ludwig), Gundolf S. Freyermuth (ifs internationale filmschule köln), Andrea Hanke (WDR), Esther Rossenbach (Filmforum NRW), Simone Stewens (ifs internationale filmschule köln)
Programmkoordination: Esther Rossenbach (Filmforum NRW)
Mitglieder des Filmforum NRW sind: film & fernseh produzentenverband nrw e.v., Filmstiftung NRW, ifs internationale filmschule köln, KinoAktiv, KölnMusik GmbH, Museum Ludwig, SK Stiftung Kultur, Westdeutscher Rundfunk (WDR)
Zur Ankündigung der Digitalen Lektionen seitens des Filmforum NRW geht es –> hier.

